Gesunde Limo selber machen – ist es wirklich so einfach? So wird in 4 Schritten aus Zuckerwasser ein Erfrischungsgetränk, das kaum Kalorien hat und deine Darmgesundheit unterstützt

Limo selber machen aus Kombucha

Limonade ist eine Katastrophe für deine Figur.

Das Überraschende:

Es gibt ein Getränk, das süß und trotzdem gesund ist.

Und es macht keine Rettungsringe.

Du kannst es ganz einfach als supergesunde Limo selber machen.

Der Trick? Fermentation.

Tee, der so süß ist wie Cola, wird durch Fermentation zu einem Booster für deine Gesundheit.

Das funktioniert ähnlich wie beim Sauerkraut.

Hefen und Bakterien arbeiten zusammen und bauen Zucker, Stickstoff und Koffein ab. Der stark zuckerhaltige Tee wird nach und nach weniger süß. Dafür entstehen Vitamine und gesundheitsfördernde Säuren.

Man könnte auch sagen: wie aus Traubensaft Wein wird, so wird aus süßem Tee Kombucha.

Wie schmeckt Kombucha?

Kombucha ist herrlich süß-sauer, prickelt auf der Zunge und erinnert geschmacklich an Cidre.

Das Tolle: je nachdem, welchen Tee du als Ausgangsbasis benutzt, kannst du völlig unterschiedliche Geschmackserlebnisse kreieren.

Limo selber machen ist keine Kunst

Kombucha hilft deinem Darm

Probiotische Limo selber machen? Klingt toll, oder?!

Denn: deine Brause lebt!

Sie ist Heimat von Unmengen guter Mikroorganismen. Und davon willst du möglichst viele in deinem Darm haben!

Der findet es auch super, dass dein Kombucha einen sauren PH-Wert hat. Damit kann er einen perfekten Säurehaushalt aufrechterhalten und

*Tommelwirbel*

Krankheitserreger abtöten.  

In einem sauren Milieu haben Keime und schlechte Bakterien einfach keine Chance, sich zu vermehren.

Noch mehr gute Nachrichten für deine Darmgesundheit: Verdauungsenzyme sind auch drin! Wie der Name schon sagt, helfen sie dir, Verdauungsprozesse zu optimieren.

Limo, ein Booster fürs Immunsystem?

80% des Immunsystems sitzt im Darm.

Lange habe ich das nur so zur Kenntnis genommen. Ja klar, weiß man ja, der Darm ist wichtig für die Abwehr. Nur gemacht habe ich nichts.

Und dabei war mein Darm alles andere als gesund. 2017 habe ich realisiert, dass ich einen „löcherigen Darm“ habe. Doofe Sache. Aber es hat mich ins Handeln gebracht.

Ein dreiviertel Jahr lang Darmsanierung folgte. Seitdem achte ich auch auf eine supergute Nährstoffzufuhr.

Nach wie vor unfassbar für mich: ich bin plötzlich nicht mehr krank. Erkältungen? Kenne ich nicht mehr. Zum ersten Mal in meinem Leben!

Limo selber machen ist gesund

Eines ist klar: Siedeln sich viele gute Mikroorganismen im Darm an, profitierst du von einem deutlich besseren Immunsystem.

Welche Hefen und Bakterien in deinem Kombucha vorkommen und in welcher Menge, kann übrigens ganz unterschiedlich sein.

Nachgewiesen wurden z.B. die Kulturen:

  • Acetobacter xylinum
  • Acetobacter xylinoides
  • Gluconoacetobacter
  • Gluconobacter oxydans
  • Saccharomyces ludwigii
  • Saccharomyces apiculatus
  • Saccharomyces cerevisiae (Backhefe)

Mit Kombucha kannst du nicht nur irgendeine Limo selber machen. Du unterstützt deine Verdauung, deinen Darm und deine Gesundheit insgesamt. Aber es wird noch besser:

Limo selber machen: hier kommen Vitamine rein

Kombucha hat noch viel mehr Vorteile.

Er enthält auch Vitamin C, D, K und B-Vitamine. Die B-Vitamine werden von den Hefen gebildet. Du findest Vitamin B1, B2, B3, B6 und B12 im Kombucha.

Folsäure und Eisen sind auch enthalten. Außerdem rechtsdrehende Milchsäure, probiotische Milchsäurebakterien, Enzyme, antibiotische Stoffe und organische Säuren.

Toll ist, dass in Kombucha Glucoronsäure enthalten ist.

Die bildet auch deine Leber, wenn sie Gifte binden will. Außerdem benutzt dein Körper Glucoronsäure, um andere Säuren zu bilden, wie z.B. Hyaluronsäure. Die kennt man aus der Werbung, ist schließlich in jeder Gesichtscreme drin. Da freut sich dein Bindegewebe!

Wie kommen die guten Bakterien und Hefen in den Kombucha?

Ohne SCOBY geht es nicht!

Wenn du gesunde Limo selber machen möchtest, brauchst du einen SCOBY. SCOBY ist ein Teepilz. O.k., eigentlich ist es gar kein Pilz. Keine Ahnung, warum er ständig so genannt wird. SCOBY sieht aus wie ein Brustimplantat. Nicht grade hübsch also.

SCOBY steht für „Symbiotic Culture Of Bacteria and Yeast“. Auf Deutsch: Symbiotischer Zusammenschluss von Bakterien und Hefen.

Mit dem Kombucha und dem SCOBY ist es ein bisschen wie mit dem Selbermachen von Joghurt. Um Joghurt zu bekommen, musst du deine Milch mit Bakterien impfen. Um Kombucha herzustellen, musst du deinen Tee auch impfen.

Woher bekomme ich meinen SCOBY?

Deinen SCOBY bekommst du entweder von Jemanden geschenkt, der bereits Kombucha braut oder du kaufst ihn dir zusammen mit etwas Starterflüssigkeit im Internet. Das kostet ca. 25€ und ist eine einmalige Investition, weil du deinen SCOBY wiederverwenden kannst, bzw. auch neue SCOBYs wachsen. Meinen SCOBY habe ich bei fairment gekauft.

Gesunde Limo selber machen: die Anleitung

Kurz gesagt: Tee kochen, Zucker rein, SCOBY rein, stehen lassen, fertig.

Klingt das einfach genug für dich?

Dann los. Hier kommen die Schritte im Einzelnen:

1. Die Ausgangsbasis: gezuckerter Tee

  1. Nimm 5-6 TL schwarzen Tee (24g)
    (Schwarztee funktioniert am besten, es gehen aber auch ganz viele andere Teesorten. Grüner Tee und weißer Tee funktionieren gut. Meine Favorit ist Hisbiskustee, die Farbe ist einfach fantastisch. Nur Kräutertees gehen nicht, da die Kräuter das Wachstum der guten Bakterien hemmen)
  2. Überbrühe ihn mit 1L heißem Wasser
  3. Lass ihn 8-10 Minuten ziehen
  4. Gib 180g Zucker dazu und rühre um, bis sich der Zucker aufgelöst hat
    (weißer, brauner oder Kokosblütenzucker)
  5. Fülle den Tee in ein großes Gefäß um (ca. 4 Liter Fassungsvermögen)
  6. Gieße 1,8L kaltes Wasser drauf
    (der Tee darf maximal lauwarm sein, da die Bakterien keine heißen Temperaturen vertragen)

Natürlich kannst du auch gleich die komplette Menge Tee kochen und den Tee dann abkühlen lassen, dann sparst du dir Schritt 6

2. Impfe den Tee mit deinem SCOBY

So kannst du Limo selber machen
  1. Teepilz samt Starterflüssigkeit (200ml) in den gesüßten Tee kippen
  2. Verschließe die Öffnung deines Gefäßes luftdurchlässig
    (z. B. ein Taschentuch oder Küchenpapier über die Öffnung legen und mit einem Gummiband fixieren)

3. Ansatz ruhen lassen

  1. Damit die Bakterien und Hefen arbeiten können, lässt du den künftigen Kombucha nun ca. 1 bis 2 Wochen in Ruhe
  2. Stelle das Glas an einen warmen Ort (21°C – 27°C) ohne direkte Sonneneinstrahlung
  3. Ab Tag 5 kannst du testen, ob dir der Kombucha noch zu süß ist. Einfach einen Strohhalm am Teepilz vorbeiführen und kosten
  4. Trifft die Süße deinen Geschmack, nimmst du den SCOBY raus

Jetzt ist dein Kombucha eigentlich schon fertig.

Allerdings hat er kaum Kohlensäure. Diese bekommt er erst dann so richtig, wenn er keinen Sauerstoff mehr hat. Willst du, dass er prickelt, folgt ein letzter Schritt:

4. Kombucha in Flaschen abfüllen

  1. Ca. 80% deines Kombucha in Flaschen umfüllen und fest verschließen
  2. Wenn du möchtest, kannst du ihn jetzt noch aromatisieren.
    Einfach Zitronen- oder Ingwerstücke oder auch Trockenobst hinzufügen
  3. Die Flaschen bei Raumtemperatur 2-3 Tage stehen lassen und schon brizzelt es

Ist dein Kombuch fertig, stellst du ihn in den Kühlschrank. Damit stoppst du weitestgehend die Arbeit der Mikroorganismen und dein Kombucha hält sich quasi ewig. Der Geschmack wird mit der Zeit allerdings etwas saurer.

Den SCOBY bewahrst du in dem aufgehobenen Kombucha auf. Luftdicht verschlossen hält er im Kühlschrank mehrere Wochen. Du nimmst ihn also einfach nochmal, wenn du wieder Limo selber machen willst. Das funktioniert ca. 10x. Danach verwendest du einen neuen SCOBY, der sich sowieso in deinem Kombucha als Kind des ersten SCOBY bildet.

Limo selber machen ist ganz einfach

Aber da sind doch Unmengen Zucker drin???

Kombucha ist so fantastisch, weil er als gezuckerter Tee startet und durch die Schwerstarbeit des SCOBY zu einem super gesunden Erfrischungsgetränk wird.

Die Bakterien und Hefen arbeiten rund um die Uhr. Und wer schwer arbeitet, braucht Nahrung. Die Mikroorganismen essen den Zucker einfach auf.

Je nachdem wie lange du den SCOBY arbeiten lässt, ist in deinem fertigen Kombucha der Zucker zu 90% – 95% „aufgefressen“. Das heißt, er hat kaum noch  Kalorien.

Protipp für deine Zähne: trinke Kombucha mit einem Strohhalm. Der Restzucker ist weniger das Thema. Allerdings müssen unsere Zähne allen Säuren standhalten. Getränke mit saurem PH-Wert wie z. B. auch Zitronensaft genehmige ich mir deshalb lieber mit einem Strohhalm. Das erhöht auch das Limo-Feeling.

Achtung Koffein

Trinkst du gerne Kaffee?

Dein SCOBY liebt jedenfalls Koffein.

Er mag zwar weniger Kaffee, dafür aber starken Schwarztee. Er lebt von Nährstoffen wie Stickstoff, Theanin und eben Koffein. Diese sind alle in Teeblättern enthalten. Das ist der Grund, warum insbesondere Schwarztee als Ausgangsbasis für Kombucha perfekt ist.

Wie viel Koffein ist einem Glas Kombucha?

In etwa 1/3 des Koffeingehaltes von dem Tee, den du zur Herstellung verwendet hast. Wenn also eine Tasse Schwarztee 30mg – 80mg Koffein enthält, hat dein Kombucha etwa 10mg – 25mg Koffein.

Wie kann ich koffeinfreie Limo selber machen?

Du kannst Kombucha auch mit Rooibos oder Hisbiskustee herstellen. So ist er koffeinfrei.

Oder du reduzierst den Koffeingehalt.

Grüner oder weißer Tee haben z. B. viel weniger Koffein als schwarzer Tee. Du kannst die Teesorten auch mischen. Also Rooibos mit schwarzem Tee. Oder Schwarz- und Grüntee.

Ein weiterer Trick: Lass deinen Tee nur 30 Sek – 60 Sek ziehen. Gieß den ersten Aufguss weg und koche mit denselben Blättern nochmal Tee. So hast du nur noch 20% – 50% des ursprünglichen Koffeingehaltes.

Limo selber machen macht Spaß

Prozente: Alkohol ist auch drin

Wenn die Hefebakterien in deinem Kombucha den Zucker auffressen, dann machen sie daraus Kohlendioxid und Alkohol.

Ganz klar: Je mehr Zucker du in den Tee kippst, umso mehr haben die Hefen zu futtern und umso mehr Alkohol entsteht.

Über den freuen sich übrigens die Bakterien. Die finden Alkohol ganz klasse und lassen dir davon nicht mehr allzu viel übrig. Sie produzieren aus Alkohol und Sauerstoff organische Säuren.

Damit die Bakterien für ihre Arbeit genügend Sauerstoff zur Verfügung haben, ist es ideal, ein Gefäß mit großer Öffnung zu verwenden.

Wie viel Alkohol in deinem Kombucha drin ist, hängt also von mehreren Faktoren ab. Kaufst du Kombucha im Supermarkt, ist i.d.R. unter 0,5% Alkohol enthalten und darf somit als alkoholfrei deklariert werden.

Zuhause hast du wahrscheinlich einen etwas höheren Alkoholgehalt. Die Obergrenze liegt bei etwa 2%.

Achtung Falle: Kombucha aus dem Supermarkt

Du bist bis hierhin gelangt und klassische Limo selber machen ist jetzt irgendwie out?

Aber du weißt noch nicht so richtig, ob du dir wirklich schon einen SCOBY kaufen willst, stimmt‘s?

Ich selber hab erst mal fertigen Kombucha gekauft. Zum Testen, ob er mir schmeckt.

Eine Sache ist ganz wichtig, wenn du fertigen Kombucha kaufen möchtest:

Weil im Supermarkt die Nahrungsmittel oft lange stehen müssen ohne Verderben zu dürfen, wird industriell hergestellter Kombucha häufig pasteurisiert. Also erhitzt.

Die Mikroorganismen überleben das natürlich nicht. Dahin ist die tolle Wirkung.

Irgendwo auf der Verpackung sollte also stehen, dass der Kombucha unpasteurisiert ist. Gilt übrigens genauso für Sauerkrautsaft.

Klassische Limos sind Figurkiller

Flüssiger Zucker kommt in der Natur nicht vor (vielleicht mit Ausnahme von Honig). Auf Limo sind wir evolutionär schlicht nicht angepasst.

Mit Limonade bringst du deinen Körper in einen Ausnahmezustand, den er eigentlich gar nicht kennt. Denn natürliche zuckerreiche Lebensmittel haben immer auch Ballaststoffe, die zu einer langsameren Aufnahme des Zuckers führen.

Trinkst du Limo, flutest du deinen Körper mit schlagartig verfügbarem Zucker. BÄM! Deine Bauchspeicheldrüse bekommt einen Zuckerschock und schüttet wie eine Irre Insulin aus.

Das Fantastische am Kombucha: er hat so wenig Kalorien, dass dein Blutzuckerspiegel keine Achterbahn fährt. Seine organischen Säuren können dir sogar helfen, deinen Blutzuckerspiegel zu regulieren! Deshalb gehört Kombucha auch zu meinen liebsten Abnehmtricks und Abnehmtipps.

Wenn du ein Limo-Junkie bist, hast du spätestens jetzt keine Ausrede mehr. Leg‘ los. Kombucha brauen ist wirklich ganz einfach.

Auch du kannst Limo selber machen

Limofreie Grüße

Deine Johanna

Lust auf mehr Infos? Dann gibt’s hier die Literatur:

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